Unsere BioWeide-Richtlinien

Die Prinzipien für unsere Landwirtschaft

Wir arbeiten nach unseren BioWeide-Richtlinien.

Warum?

Weil wir unseren Hof und die dazugehörigen Wiesen, Äcker und Wälder den kommenden Generationen so überlassen möchten, dass auch diese gut und im Einklang mit der Natur davon leben können. Wir möchten die Welt so hinterlassen, wie wir sie vorgefunden haben - oder vielleicht noch ein klein wenig besser.

Warum sind wir nicht mehr in einem der großen Verbände? Weil sich die Verbände hin zu den großen Handelsunternehmen orientiert haben, was zu niedrigeren Preisen führte und immer mehr Öko-Landwirte unter Preisdruck gebracht und dazu veranlasst hat, wieder zurück zur konventionellen Landwirtschaft umzustellen. Aus unserer Sicht die völlig falsche Richtung, denn unser Grundwasser, unser Globus und die Menschen benötigen mehr Bio-Lebensmittel und Lebensmittelproduktion und weniger Gift in Wasser, Böden und Menschen.

Die Verbände verlieren dieses wichtige Anliegen aus unserer Sicht aus den Augen und konzentrieren sich jeweils auf sich als Verband, was dazu geführt hat, dass man nur noch innerhalb des Verbände einkaufen und agieren soll. Wir finden es aber wichtiger, kurze Wege zu suchen und ein gutes Netzwerk zu bilden. Und da arbeiten wir mit jedem Öko-Landwirt(in) gerne zusammen, der sich einem höheren Standard verpflichtet und einem Verband angehört.

 

Darüberhinaus verwenden wir unsere Zeit auch besser für unsere Tiere und Landwirtschaft als uns tot zu dokumentieren für Papier, das geduldig ist. 

Da ist aus unserer Sicht der bessere Weg, dass jeder, der wissen möchte wie wir arbeiten, einfach bei uns auf dem Hof vorbeikommen und es sich ansehen kann.


Aber wir arbeiten natürlich weiterhin nach guten Grundsätzen, auf die sich auch die großen Verbände verpflichtet haben und die Ihr hier nachlesen könnt:

- Unser gesamter Betrieb wirtschaftet ökologisch! (EU-Bio würde es erlauben, Teile des Betriebes öko und konventionell zu bewirtschaften)

- wir bringen maximal 115 kg Stickstoff pro Hektar aus und verwenden unsere(n) Bio-Mist und Gülle (EU-Bio erlaubt unbegrenzt eigenen Dünger und auch aus Tierresten)

 

- wir produzieren unser Futter immer in der Menge selbst, dass wir alle Tiere selbst ernähren können und ernähren unsere Tiere nur mit Öko-Futter und mit frischem Futter, sobald es die Jahreszeit erlaubt. In den Jahren, wo wir bestimmte Feldfrüchte nicht in der Fruchtfolge haben, tauschen wir Futter mit anderen Öko-Landwirten, die nach Verbandsrichtlinien arbeiten 

- Unsere Tiere gehen auf die Weide, sobald es das Pflanzenwachstum erlaubt. Dafür erhalten unsere Hähnchen und Rinder ein Vielfaches der nach EU-Bio vorgeschrieben Weide-Fläche: unsere Rinderherden ca. 5.000qm pro großem Rind (knapp 60 Hektar Weiden). Keines unserer Tiere ist angebunden.

- Hähnchen gehen bei schlechtem Wetter nicht so oft auf die Weide. Daher haben wir zusätzlich einen überdachten Außenluftbereich geschaffen, den sie an solchen Tagen nutzen können. (bei EU-Bio nicht vorgeschrieben)

- Wir legen einen besonderen Fokus auf die Gesundheit unserer Tiere. Durch eine gezielte Ernährung mit Heu und die Gabe von Kräuteressenzen sowie sehr guter Luftzufuhr auch im Winterstall stärken wir das Immunsystem.

- Unsere Acker-Fruchtfolge enthält 40% Leguminosen. Damit lockern wir den Boden für eine gute Bodenfruchtbarkeit und Humusaufbau und binden in hohen Mengen Stickstoff aus der Luft. (keine Mindestvorschrift bei EU-Bio). Als Saatgut verwenden wir selbstverständlich nur Öko-Ware.

- wir verwenden keine abtötenden Substanzen wie Kupfer (nach EU-Bio erlaubt)

- Wir achten auf Bio-Diversität. Rund 40% unserer Flächen werden aufgrund der besonderen Bewirtschaftung zur Erreichung eines hohen Anteils an besonderen Pflanzen und Kräutern (sog. Kennarten) gefördert. Diese weisen wir jedes Jahr nach. Darüberhinaus haben wir rund 40 Streuobstbäume, mehrere hundert Meter Hecken und Sträucher, rund 5.000 qm Brachflächen. Alle diese Maßnahmen sorgen für eine massive Unterstützung der Artenvielfalt auf unseren Flächen.

Einige dieser Kriterien überprüft auch das Bio-Siegel Bayern, nach dem wir auch zertifiziert werden.


Falls Ihr Fragen zu unseren Richtlinien habt oder Euch selbst ein Bild davon machen möchtet wie wir arbeiten, dann kommt gerne mit uns ins Gespräch oder besucht uns hier am Hof!

Der Weg zurück nach vorn

Landwirtschaft ohne Chemie

Seit Familiengedenken wurde dieser Hof landwirtschaftlich genutzt. Mehrere hundert Jahre ökologisch, im zwanzigsten Jahrhundert rund 50 Jahre konventionell und nun wieder ökologisch.

Der Grund für die damalige Änderung der Wirtschaftsweise war die Erhöhung der Erträge. Diese Menge ist in den Industrienationen nun allerdings nicht mehr das Problem. Inzwischen tritt oft das Gegenteil ein: die Überproduktion der landwirtschaftlichen Produkte bewirkt einen starken Preisverfall und zwingt vor allem die konventionellen Landwirte zu Wachstum und intensiven Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden.

Diesen Weg wollten wir nicht gehen und sahen einen Ausweg für uns in der Produktion von Bio-Lebensmitteln. Ein großer Beweggrund für die Umstellung unseres Hofes auf eine ökologische Bewirtschaftung war dabei unsere Sorge um die Lebensgrundlage der zukünftigen Generationen.

Mitentscheidend für diese erneute Änderung der Wirtschaftsweise war aber auch die Erkrankung von Stefan Fenzel an MCS, einer vielfachen Chemikalienunverträglichkeit, ausgelöst durch eine Schwermetall- und eine Lösemittelvergiftung. Bereits geringste flüchtige Mengen aus Chemikalien wie z.B. Rasierwassern, Shampoos, Lacken oder Pestiziden, lösen bei ihm allergische Reaktionen aus, die ihn gezwungen haben, seinen bisherigen Beruf aufzugeben und auch Landwirt zu werden. Dass bereits solch unvorstellbar kleine Mengen an Chemikalien Wirkungen auslösen, brachte ihn zu der Entscheidung, keine Chemikalien auf Felder aus zu bringen.

 

Ökologie handfest

Was machen wir konkret

Ökologie beschreibt die Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und natürlicher Umwelt. Und so versuchen wir möglichst sorgsam und nachhaltig mit unserer Umwelt umzugehen. Unser Ziel ist es dabei, unser Stückchen Erde so zu verlassen, wie wir es anvertraut bekommen haben. Und wenn es uns glückt, noch ein wenig besser. Dabei ist noch nicht alles perfekt, aber wir versuchen es Schritt für Schritt zu verbessern.

Das versuchen wir mit den unterschiedlichsten Maßnahmen, wie zum Beispiel:

  • - ökologische Bewirtschaftung unserer Felder und Wälder (ca. 100 Hektar)
  • - Verzicht auf sämtliche Chemikalien bei der Bewirtschaftung
  • - unsere beiden Höfe werden zu 100 % mit Strom aus regenerativen Quellen versorgt
  • - darüberhinaus produzieren Photovoltaikanlagen auf unseren Dächern Strom für unseren Eigenverbrauch und zur Einspeisung ins Netz (insgesamt mehr als wir benötigen)
  • - Ausstattung unserer Altgebäude mit neuen Fenstern und Isolierung der Dächer
  • - Beheizung der Gebäude mit Hackschnitzeln aus dem Restholz unserer Wälder
  • - nachhaltige Forstwirtschaft: wir schlagen durchschnittlich weniger Holz ein als jedes Jahr nachwächst
  • - unsere Tiere befinden sich im Frühjahr, Sommer und Herbst auf großen Weiden und können auch im Winter ins Freie

Öko-Landwirtschaft erzeugt 70% weniger Treibhausgase

Weniger CO2 durch mehr Humus und Verzicht auf Kunstdünger 

Wie in den Medien gerade öfter zu hören, rülpsen aber auch unsere Kühe Methangas. Dabei ist Methan 25 mal schädlicher als CO2. Um es aber in ein Verhältnis zu setzen: dieses Methangas macht etwa 2% der Treibhausgase in Deutschland aus. Die effektivste Verringerung dieser 2% könnte also durch die Reduzierung des Viehbesatzes auf den landwirtschaftlichen Flächen erreicht werden. Dazu leisten wir einen guten Beitrag: denn wir halten heute im Durchschnitt etwa 30% weniger Tiere auf einem Hektar Land, als vor unserer Öko-Umstellung und als die deutschen Viehhalter im Durchschnitt.

Zum anderen sind wir der Meinung: lieber ein gutes Stück Fleisch und dafür ein wenig seltener. Vielleicht so viel Fleisch, wie man jagen könnte? Daran wäre der Mensch zumindest seit Jahrtausenden gewöhnt. Wir halten die Erhöhung des Fleischkonsums um rund 130% seit 1950 auf jeden Fall für nicht gesund - für Mensch, Tier und unsere Welt. Und produzieren gutes Rindfleisch nachhaltig für einen bewussten Genuss und eine ausgewogene Ernährung.

Wir verzichten wie alle ökologischen Betriebe auf Kunstdünger.
Dieser enthält nämlich im Phosphat das radioaktive und toxische Schwermetall Uran und verunreinigt über die Ausbringung auf den Flächen das Grundwasser. Er enthält aber auch Lachgas und das ist rund 300 mal schädlicher als CO2. Die konventionelle Landwirtschaft trägt mit der Ausbringung von Kunstdünger, in erheblichem Anteil an der Freisetzung von Lachgas in die Atmosphäre bei (70%) und erhöht damit den Beitrag der Landwirtschaft zu den Treibhausgasen insgesamt etwa auf das Dreifache (6,7%).

Würde man also die Landwirtschaft auf ökologischen Landbau umstellen, könnte man den Beitrag der Landwirtschaft zu den klimaschädlichen Treibhausgasen um 70% reduzieren. Da benötigt es keine Gasmasken für Kühe oder die artfremde ausschließliche Haltung von Rindern in Ställen mit Absaugeanlagen...

Unsere Rinder werden zu 93% auf Grünland gehalten und fressen dabei Gras, das keinen Kunstdünger gesehen hat. Dieses dauerbegrünte Land speichert dabei große Mengen an Kohlenstoff, und damit auch CO2: nicht nur in den oberflächlichen Graspflanzen, sondern vor allem im Boden.
Dabei fördert nachhaltige Beweidung die Humusbildung. Und jede Tonne zusätzlicher Humus im Boden entlastet die Atmosphäre um mehr als 1,8 Tonnen CO2. Gleichzeitig ist dieser Humus Garant der Bodenfruchtbarkeit.

Auch mit der nachhaltigen Bewirtschaftung unseres Waldes versuchen wir zur Verbesserung der CO2-Bilanz beizutragen: er speichert pro Jahr etwa 390 Tonnen CO2.

Neudeutsch benennt man ja die Auswirkungen seines Verhaltens den "ökologischen Fußabdruck". Einfach gesagt: sieht die Erde nach unserem Leben genauso aus, wie davor? Leider kann man das zur Zeit für uns Menschen nicht behaupten. Es scheint, als würden wir unsere Lebensgrundlagen jeden Tag ein Stückchen reduzieren: Trinkwasser und Essen enthalten immer mehr bedenkliche Stoffe, die Humusbildung nimmt ab, die Erosion zu. Als Menschheit leben wir wohl nicht mehr im Einklang mit der uns ernährenden Natur. Und genau das machen wir für unseren Hof anders.